Der Beitrag ist in drei Sektionen unterteilt. In der ersten Sektion wird der sprachwissenschaftliche Begriff der Variation thematisiert, die denen gefällt,
die davon profitieren, während sie für andere Sprecher:innen eine Barriere,
ein kafkaesker gatekeeper ist, den sie zum Textverstehen überwinden müs
sen (Dittmar 1989). Ferner impliziert Variation einerseits die Fähigkeit der
Sprache, sich kontinuierlich zu verändern und sich zu erneuern. Anderer
seits spüren alle Menschen aber auch sehr oft das Bedürfnis nach etablierten
Sprachregeln, nach Normierung, ohne die jede Kommunikation unmög
lich wäre, und deren Verletzung sehr oft als Fehler, als Nicht-Kenntnis der
Sprachregeln verpönt ist. In der zweiten Sektion setzen sich die Autorinnen
mit den Schwierigkeiten bei dem übersetzungsbezogenen Umgang mit der
Sprachvariation auseinander. Für die Übersetzer:innen (die meistens keine
Muttersprachler:innen sind) ist die Sprachvariation zuerst ein Problem des
Verstehens der ganzen Palette der Sprach-und Kulturvariation in jedem Text
und erst dann der Reproduktion derselben in der Zielsprache und -kultur, wo
bei es nicht immer selbstverständlich ist, dass die Übersetzung als Produkt das
Original am besten widerspiegelt. In der dritten Sektion wird die diatopische
Variation thematisiert, die für die Übersetzung besonders problematisch ist;
dabei werden Beispiele aus Literatur-, Rechts- und Medizintexten diskutiert,
die aus dem Österreichischen und Südtirolerischen ins Italienische bzw. aus dem Englischen ins Deutsche mit österreichischen bzw. schweizerischen Fas
sungen übersetzt wurden.