Der Aufsatz beschäftigt sich mit Andrzej Wajdas Film Der Mann aus Marmor (Człowiek z marmuru, 1977), der die ideologische Geschichte vom sozialistischen Bestarbeiter unter den neuen medialen Bedingungen des Fernsehens erzählt. Vor der TV-Kamera erscheint der sozialistische Arbeiterheld Mateusz Birkut allerdings nicht mehr als ideologische Figur, sondern als eine Person mit menschlich-tragischem Schicksal, die mit ihrer Aufopferung an den polnischen Messianismus des 19. Jahrhunderts erinnert. In dem Maße, wie der Bestarbeitermythos durch das Fernsehen eine Demontage erfährt, bildet der Film zugleich eine „neorealistische“ Erzählform aus. Die Filmanalyse wird abschließend in Bezug zu Gilles Deleuzes Filmphilosophie des „Zeit-Bildes“ gesetzt.