Der Vergleich zwischen den etwa gleich vielen (95) Grabaltären aus Aquileia mit jenen aus dem südlichen Noricum (92) mit den Municipien Virunum (51), Flavia Solva (22), Celeia (7), Teurnia (10) und Aguntum (2) ergibt erhaltungsbedingt für den Gesamtaufbau nur geringe Anhaltspunkte, wohl aber für die typologischen Grundform des profilgerahmten Grabaltars. Zeitlich gesehen setzen die dekorierten Grabaltäre die typologische aus Aquileia mit dem Beginn des 1. Jhs. n. Chr. ein und reichen bis zur Wende vom 1. zum 2. Jh. n. Chr., während aus dem späteren 2. Jh. n. Chr. nur mehr wenige Grabaltäre mit Dekoration auf ihren Nebenseiten auftreten im späteren 2. Jh. n. Chr.. Im südlichen Noricum stammen nur wenige Grabaltäre noch aus dem 1. Jh. n. Chr., während der Großteil der erhaltenen Exemplare in die 1. Hälfte des 2. Jhs. n. Chr. im späteren 2. Jh. n. Chr. gehört und auch aus der 2. Hälfte des 2. Jhs. n. Chr. eine größere Anzahl von Grabaltären stammt und diese sich bis in das 3. Jh. n. Chr. fortsetzen. Deutlich weicht die Ikonographie der dekorierten Grabaltäre in Aquileia und im südlichen Noricum voneinander ab. Während die Themen auf den Nebenseiten der Grabaltäre aus Aquileia männliche und weibliche Porträts, sog. Attisfiguren, Graberoten, Naturpersonifikation, Delphine und andere Tier, Opfergeräte, Volutenkratere, Weinranken u. Ä. umfassen findet sich auf den Nebenseiten der Grabaltäre aus deem südlichen Noricum die Thematik der Dienerinnen und Diener, wobei es sich bei ersteren um Opferdienerinnen und Hausmädchen handelt, bei letzteren um Opferdiener und Schreiber. Die Anregungen zu den südnorischen Grabaltären stammen wohl von der nördlichen Adria und hier wiederum von Aquileia.